So erkennen Sie echtes Gold

So erkennen Sie echtes Gold

23. April 2020 0 Von TS_SR_AD2020

Ob ein Schmuckstück oder eine Münze aus echtem Gold besteht, kann auch ein Laie herausfinden. Prüfmethoden gibt es viele – oft ist aber eine Kombination mehrerer Methoden notwendig. Ein einwandfreies Ergebnis beim Gold prüfen kann jedoch nur ein Experte erzielen.

Gold ist ein beliebtes Edelmetall. Maßgeblich dafür ist einerseits seine Optik, andererseits sein Wert. Doch woran können Sie eigentlich Gold erkennen und feststellen ob es sich bei einem Schmuckstück, einer Münze oder einem Barren tatsächlich um Gold handelt? Ganz einfach: Sie müssen das Gold prüfen. Gold können Sie zuhause testen – Methoden hierfür gibt es zuhauf. So erkennen Sie echtes Gold etwa an seinem Klang oder an seiner Punzierung. Für ein klares Ergebnis sorgen allerdings nur die Testmethoden der Experten. Die Methoden, um Gold zuhause zu testen, geben nur einen ersten Anhaltspunkt.

Als Laie Gold auf seine Echtheit prüfen

Sie haben einen Ring vererbt bekommen oder eine Münze gefunden und möchten nun schnell und unkompliziert herausfinden, ob das glänzende Stück aus echtem Gold ist? Dann können Sie sofort damit beginnen, das Stück auf Gold zu testen. Sie benötigen nur wenige Hilfsmittel, um Gold zuhause zu testen – etwa einen starken Magneten, eine Waage oder einen weiteren metallischen Gegenstand. Schon können Sie vermeintliches Gold auf seine Echtheit prüfen.

Reines Gold mit dem Beißtest erkennen

Den sogenannten Beißtest kennen die meisten bereits aus Film und Fernsehen. Um das vermeintliche Gold zu prüfen, wird dabei vorsichtig mit den Vorderzähnen in die Münze oder das Schmuckstück gebissen. In der Theorie funktioniert dieser Test, mit dem Sie gold von zuhause aus testen können, durchaus. Schließlich ist echtes Gold sehr weich und so hinterlässt der Biss Spuren. Diese Bissspuren möchten Sie vermutlich aber weder in einem wertvollen Anhänger oder Ring, noch in einer historischen Goldmünze hinterlassen.


Außerdem funktioniert der Beißtest in der Praxis nur, wenn es sich um reines, echtes Gold handelt. Besonders bei verarbeitetem Gold in Form einer Münze oder eines Schmuckstücks handelt es sich aber oft um Legierungen. So beispielsweise auch beim Krügerrand, einer südafrikanischen Goldmünze. Sie hat einen hohen Feingoldanteil von 916,6, enthält allerdings auch Kupfer und dieses macht die Münze bereits sehr hart. So können Sie mit dem Beißtest in einem solchen Fall – obwohl es sich um Gold handelt – das Gold nicht erkennen. Folglich müssen Sie sich in einem solchen Fall etwas anderes einfallen lassen, um das Gold auf seine Echtheit zu prüfen.

Gold prüfen mit einem Magneten

Um echtes Gold zu erkennen, kann die leicht diamagnetische Eigenschaft des Edelmetalls genutzt werden. Wird ein starker Magnet an Gold gehalten, wird es abgestoßen. Wenn Sie diese Methode nutzen, um Gold auf seine Echtheit zu prüfen, sollten Sie bedenken, dass eine Legierung etwas weniger diamagnetisch sein kann und der Effekt dadurch verringert wird.

Für die Magnetprüfung bedarf es einem starken Magneten. Ob dieser auch tatsächlich funktioniert, können Sie im Vorfeld mittels eines Vergleichstests erkennen. Sollte der Magnet das Prüfstück, das Sie auf Gold testen möchten, anziehen, besteht es nicht aus dem Edelmetall.

Schmuck und Münzen visuell prüfen

Besonders bei Schmuckstücken, aber auch bei Münzen kann eine visuelle Prüfung sinnvoll sein, um Gold zu erkennen. Oft ist Goldschmuck mit einer Punzierung versehen. Dabei handelt es sich um einen Prägestempel, der die Feinheit des Goldes in Tausendteilen oder in Karat angibt. Aber Achtung: Es gibt Echtgold-Schmuck ohne Punzierung. Außerdem sind Betrüger durchaus in der Lage, falsche Punzierungen an Schmuck anzubringen.

Bei einer Münze kann hingegen die Prägung auf Abweichungen zu bewiesenermaßen aus Gold bestehenden Münzen geprüft werden. Liegen Abweichungen vor, handelt es sich möglicherweise um eine gefälschte Münze. Echte Goldbarren mit der visuellen Prüfung zu erkennen, ist eher schwierig.


Größe und Gewicht von Goldmünzen checken

Die Größe und das Gewicht der gängigen Goldmünzen ist festgelegt. So kann es sinnvoll sein, eine Münze, die Sie auf Gold hin testen möchten, zu wiegen und zu messen. Anhand der Prägung lässt sich leicht herausfinden, um welche Münze es sich handelt beziehungsweise handeln soll.

Ein südafrikanischer Krügerradn 1 oz etwa wiegt bei einem Durchmesser von 32,6 Millimtern und einer Dicke von 2,75 Millimetern genau 33,930 Gramm. Er ist leicht mit dem American Eagle zu verwechseln, der ebenso schwer und dick ist. Allerdings weist er einen Durchmesser von 32,7 Millimetern auf. Ein Wiener Philharmoniker hat einen Durchmesser von 37 Millimetern, eine Dicke von zwei Millimetern und wiegt 31,103 Gramm. Dasselbe Gewicht weist auch der Maple Leafe auf. Er hat allerdings nur einen Durchmesser von 30 Millimetern und eine Dicke von 2,87 Millimetern.

Die Goldlegierung mit dem Wassertest ermitteln

Wird ein Körper in ein mit Wasser gefülltes Behältnis gelegt, verdrängt er das Wasser. Mit der Wassermenge, die verdrängt wird, kann das spezifische Gewicht des Körpers ermittelt werden. Möglich ist das natürlich auch mit Gold. Anhand des ermittelten spezifischen Gewichts wissen Sie im Anschluss, um welches Material es sich bei dem vorliegenden Objekt tatsächlich handelt.

Für den Wassertest wird die Probe, die Sie auf Gold testen möchten, mit einer feinen Waage gewogen. Das Ergebnis wird in Gramm aufgeschrieben. Anschließend wird ein Glas mit Wasser auf die Waage gestellt und die Waage auf „0“ tariert. Nun wird die Probe an einen Bindfaden gebunden und langsam in das Wasserglas eingetaucht. Wichtig ist, dass das Wasser hierbei nicht überläuft. Nun wir das neue Gewicht abgelesen und notiert.

Jetzt kann die Berechnung beginnen. Dafür wird das Gewicht der Probe (erstes notiertes Gewicht) durch das Gewicht des Wasserglases mit der eingetauchten Probe (zweites notiertes Gewicht) dividiert. Das Ergebnis, das Sie nun herausbekommen, ist das spezifische Gewicht, das angibt, ob und wenn ja, um welche Goldlegierung es sich handelt.

Gold Tabelle:

spezifisches Gewicht (g/cm3) Feinheit
10,87 – 11,58 333/1000 (8 Karat)
13,02 – 13,64 585/1000 (14 Karat)
14,96 – 15,45 750/1000 (18 Karat)
17,61 – 17,82 916,67/1000 (22 Karat)
19,32 999/1000 (24 Karat)


Bedenken Sie, dass dieser Test nur möglich ist, wenn es sich um massives Gold handelt. Ist das Schmuckstück hohl oder weist es Lufteinschlüsse auf, kann die Feinheit so nicht ermittelt werden.

Einfach Gold erkennen mit dem Klangtest

Die wohl einfachste Möglichkeit für Laien, Gold zu erkennen, ist der Klangtest. Hier schnipsen Sie das potenzielle Goldstück mit einem anderen metallischen Gegenstand leicht an. Wird dabei ein „singender“ Ton erzeugt, handelt es sich um echtes Gold. Klingt der Ton eher dumpf, handelt es sich um eine Fälschung. Wichtig ist, dass Sie ein Vergleichsstück aus echtem Gold zur Hand haben.

So erkennen Experten echtes Gold

Experten wie etwa Juweliere haben deutlich mehr Möglichkeiten, Gold zu testen, als ein Laie. Die Verfahren, die ein Experte anwendet, sind in der Regel deutlich aussagekräftiger und genauer. Sie können so nicht nur herausfinden, ob es sich tatsächlich um echtes Gold handelt. Sie können in den meisten Fällen auch gleichzeitig den Reinheitsgrad des Goldes beziehungsweise die Legierung ermitteln und den Wert des Schmuckstücks, der Goldmünze oder des Barren ermitteln. Neben der Leitfähigkeitsanalyse und der aufwändigen Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA), die im Labor durchgeführt wird, gibt es folgende Prüfmethoden.

Säuretest zur Oberflächenprüfung

Edelmetalle, so auch echtes Gold, weisen eine hohe Resistenz gegenüber Säuren beziehungsweise deren Einwirkung aus. Platin und Gold lösen sich ausschließlich in sogenanntem Königswasser auf. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Salpetersäure und Salzsäure.

Um vermeintliches Gold zu testen, wird der Prüfling auf einem Prüfstein, einer kleinen Schiefertafel, gerieben. Auf den sichtbaren, zurückbleibenden Prüfstrich wird das Königswasser geträufelt. Verblasst der Strich, handelt es sich womöglich um eine Fälschung.

Münzfische

Um Goldmünzen auf ihre Echtheit hin zu überprüfen, werden häufig sogenannte Münzfische verwendet. Für jede gängige Anlagemünze gibt es eine solche genormte Schablone, mit der sich die Größe, Dicke oder das Gewicht schnell überprüfen lässt. So sind sie gewissermaßen eine vereinfachte Alternative zum Wiegen und Messen der Münzen.

Ultraschallanalyse

Bei der Ultraschallanalyse wird eine Schwallwelle durch die Probe geschickt. Da die Schalllaufzeit je nach Material unterschiedlich ist, kann so auch die Echtheit von Gold nachgewiesen werden. Der große Vorteil bei dieser Methode: Anders als beim Säuretest wird nicht nur die Oberfläche geprüft, sondern das gesamte Volumen der Probe. So lassen sich auch Fälschungen mit einer fast identischen Dichte klar entlarvt werden.

Magnetwaage

Ähnlich wie bei der Magnetprüfung für Laien macht sich die Magnetwaage die diamagnetische Eigenschaft von Gold zunutze. Sie ermittelt die Gewichtsdifferenz und kann so genau sagen, ob es sich bei der Probe um eine Fälschung – etwa aus paramagnetischem Wolfram – handelt. Anders als beim Säuretest findet hier keine Zerstörung statt.

Fazit

Die Möglichkeiten, als Laie Gegenstände auf Gold hin zu testen, sind begrenzt. Eine Prüfmethode allein reicht meist nicht aus, um das Gold zuhause zu testen und dabei ein eindeutiges Ergebnis zu erzielen. Daher ist es immer sinnvoll, zwei oder gar drei verschiedene Tests durchzuführen. So lässt sich Gold besser erkennen. Besser ist natürlich immer, das Gold prüfen einem Experten zu überlassen. Dieser hat die nötigen Gerätschaften, Gold auf seine Echtheit zu prüfen – und das einwandfrei.